Der Wiener Kongress und die Neuordnung Europas

Mit dem Ende der Napoleonischen Kriege, das zugleich das Ende der Herrschaft Napoleons in Europa war, beginnt im Jahr 1815 die Zeit der Restauration. Am Anfang der Neuordnung Europas steht der Wiener Kongress. Die Restauration wird im Jahr 1848 mit der Bürgerlichen Revolution enden, der sogenannten „Märzrevolution“. Deshalb bezeichnet man die Epoche zwischen 1815 und 1848 auch als Vormärz – und im Rückblick auch als Biedermeierzeit.

Kennzeichnend für die Epoche zwischen 1815 und 1848 ist die äussere Sicherheit und Stabilität sowie die innere Unterdrückung aller aufkeimenden Ideen des Liberalismus, des Nationalismus und der Demokratie. Besonders die Deutschen Patrioten und liberalen Reformer mussten erleben, wie ihre Hoffnung auf dem Wiener Kongress von 1815 und noch brutaler durch die Karlsbader Beschlüsse 1819 (Verbot der Bruderschaften, Verfolgung von Demagogen, Pressezensur usw.) zu Schanden gemacht wurden.

Politische Stabilität

Es gab jedoch im deutschsprachigen Europa erstaunlich wenig Auflehnung gegen die Beschlüsse des Wiener Kongresses und die Karlsbader Beschlüsse. Der Hauptgrund für die politische Gefügigkeit lag wohl darin, dass die Behörden und die Masse des Volkes die Stabilität und Sicherheit begrüssten, wie sie durch die Rückkehr zur politischen Vorkriegsordnung erreicht wurde. Das Leben in der Schweiz, in Österreich, in Preussen, Bayern, Baden, Sachsen usw. war von den Napoleonischen Kriegen jahrzehntelang mehr oder weniger friedlich verlaufen, Die Kriege, die sich mit Unterbrechungen von 1792 bis 1815 hinzogen und die nun folgende tief greifende Umwälzung, die sie einem nicht an Veränderungen gewohnten Volk aufzwangen, brachten dagegen keinen erkennbaren Gewinn für das Volk mit sich.

Der Wiener Kongress stellte in Europa die alte Ordnung wieder her, wie sie vor den Napoleonischen Kriegen herrschte.

Die Neuordnung Europas

Nach der Niederlage Napoleons in der Schlacht von Waterloo und seine Verbannung auf Elba, später St. Helena, wurden die Beschlüsse des Wiener Kongresses umgesetzt. Es ging um eine Neuordnung Europas unter dem Leitgedanken der Restauration. Zu diesem Zweck gingen die konservativen Monarchen Kaiser Franz I. von Österreich, der russische Zar Alexander I. und der preussische König Friedrich Wilhelm III. ein Bündnis ein. Getrieben wurden sie letztlich vom Schreckgespenst der Französischen Revolution.

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